Oktober, 2014

Duni GmbH

Tischlein deck dich:GV-kompakt schaute bei Dunihinter die Kulissen und erfuhr, wie die Rohware aus Schweden in Deutschland weiterverarbeitet wird.
Fotos: Duni

Wer den Produktionsstandort Bramsche der Duni GmbH besucht, sollte die markierten Wege nicht verlassen. „Seien Sie vorsichtig!“, warnt Vertriebsleiter Hans-Georg Wegner. Denn durch die Werkshallen sausen versierte Staplerfahrer; mit und ohne Ladung, bringen Kisten und Paletten von hier nach da, liefern Rohwaren bei den Maschinen ab, holen Material aus dem Lager und transportieren fertige und halbfertige Produkte an ihre Bestimmungsorte. Und den flinken Fahrern sollte man besser nicht im Wege stehen.

Rohware aus Schweden

Vor dem Betreten der Werkshallen begrüßt im meterhohen Zwischenlager die Rohware den Besucher – dicke Rollen mit weißer oder eingefärbter Zellulose in 20 Farbtönen, die täglich entsprechend dem Bedarf aus dem Duniwerk in Skapafors in Nordschweden mit Lastwagen hierher geliefert werden. In Bramsche fertigen die Beschäftigten daraus Servietten, Tischdecken, Tischläufer und Mitteldecken. Dafür wird die Rohware zum Teil veredelt, wird gefärbt, bedruckt, geschnitten und gefaltet. So entsteht ein Portfolio mit praktischen bis feinen, dekorative Produkten, die jedem Tisch ein stimmungsvolles Outfit verleihen – ein modernes Tischlein deck dich! Leistungsstarke Maschinen und Anlagen kommen für das Gros der Arbeiten zum Einsatz. Die Mitarbeiter programmieren, richten ein, bestücken, überwachen und kontrollieren wiederum die Technik, prüfen die Qualität der Produkte und legen teilweise noch mit Hand an bei der Verpackung. Rund 1.000 Beschäftigte sind im Zwei-Schicht-Betrieb im Werk Bramsche für Duni tätig – ein nicht unwesentlicher Wirtschaftsfaktor für die rund 31.000 Einwohner zählende niedersächsische Stadt. Warum der schwedische Konzern seinen Produktionsstandort in Deutschland ausgerechnet zwischen dem Wiehengebirge und dem nördlichen Teutoburger Wald einrichtete, darüber erzählt man sich in Bramsche die Geschichte von einem deutschen Monteur, der für die Wartung der Maschinen im Zellulosewerk in Skapafors verantwortlich war. Nach einem möglichen Produktionsstandort in der Mitte Europas gefragt, brachte der findige Ingenieur seine Heimat und seinen guten Freund und Bürgermeister der Stadt Bramsche ins Spiel. Und ganz unkompliziert wurden sich Stadt und Unternehmen über die Ansiedlung einig.

Bedrucken, veredeln, falten

Heute stehen in der Produktion in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander Anlagen für weiße und unifarbene Servietten, für Tischdecken verschiedenster Qualitäten und Dekors, sowie für bedruckte Produkte. Da läuft über eine Anlage weißer, 66 Zentimeter breiter Zellstoff, aus dem nach zwei Arbeitsgängen durch Faltung und Schnitt schließlich eine einfache weiße Zelltuch-Serviette entsteht. Nebenan auf der Anlage wird ein cremefarbener Ausgangsstoff in mehrere Arbeitsschritten bedruckt, dann getrocknet, geschnitten und gefaltet. Eine Mitarbeiterin sortiert mit geübten Griffen die nicht ganz korrekten Exemplare aus, sie gehen in den Recyclingkreislauf des Konzerns. Gleich gegenüber zieht eine Maschine hochveredelten schwarzen Zellstoff von einer großen Rolle ein. Er bekommt verschiedenfarbige Dekore sowie eine feine Lackschicht. Nach Schnitt und Faltung ist aus dem Ausgangsmaterial eine dekorative Tischdecke geworden. Wie die auch in der Gemeinschaftsverpflegung beliebten Tischdeckenrollen entstehen, lässt sich an einer weiteren Anlage beobachten. Das veredelte und teilweise bedruckte Material wird dabei, je nach Breite, zu zehn, 25 oder 40 Metern auf Papprollen gespielt, die wiederum in Kartons verpackt direkt auf den Transportpaletten landen. Alle weißen und unifarbenen Servietten und Tischdecken sind übrigens industriell kompostierbar, tragen des Gütesiegel ok compost.

Blick ins Allerheiligste

Nur einen kurzen, flüchtigen Blick bekommt der Besucher ins Allerheiligste – jenen sensiblen Bereich in dem sich durch eine patentierte Veredlung Zellstoff zu dem exquisiten stoffähnlichen Material Dunicel verwandelt. Die neueste technische Errungenschaft präsentiert Marketingleiter Axel Gelhot hingegen ganz unbeschwert: einen hochflexiblen Verpackungsroboter. Der nimmermüde „Kollege“ greift sich jeweils 50 Servietten, schweißt sie in Folie ein, packt sechs dieser Pakete in einen Karton, verklebt diesen und platziert ihn direkt auf der Transportpalette. Ihr Weg führt in eines der riesigen Lager. Hier ist die Schnittstelle zur Duni Logistik GmbH, die im Zusammenspiel mit der Speditionsfirma Hellmann die Belieferung ganz Europas mit Duni Produkten realisiert. Insgesamt 60.000 Palettenstellplätze gibt es in den Lagerbereichen. Im rund zwölf Meter hohen Hochregallager fahren die Staplerfahrer mit der Ware hoch bis unter die Decke. „Das ist nicht jedermanns Sache“, erinnert sich Axel Gelhot, der diese Erfahrung während seiner Ausbildung im Unternehmen machte.

Wege zum Kunden

Duniprodukte für Kunden in der Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung stellt die werkseigene Versandabteilung entsprechend der Order durch die Großhändler zusammen. Den Versand für den Einzelhandel hat das Unternehmen ausgelagert. Vor Verladung der kommissionierten Paletten auf Lastwagen erhält das Frachtgut eine Folienverpackung. Sie schützt nicht nur unterwegs vor Feuchtigkeit, sondern soll auch Diebstahl verhindern. Schon bei Lieferung nämlich weiß der Abnehmer: Ist die Folie intakt, fehlt nichts. 97 Prozent der Umsätze generiert Duni über den Handel. Für die Information der Kunden über seine Angebote und Produktneuheiten setzt das Unternehmen auf einen leistungsstarken Außendienst. „Dadurch können wir auch schnell auf Wünsche und Anforderungen des Marktes reagieren“, berichtet Vertriebsleiter Hans-Georg Wegner. Aktuellstes Beispiel: Tischdecken aus dem hochwertigen, stoffähnlichen Material Evolin gibt es ab 1. April nächsten Jahres auch rund mit 1,80 und 2,40 Meter Durchmesser. Der Konzern, dessen Name übrigens im Schwedischen „Daune“ bedeutet, produziert neben Tabletop-Produkten seit zehn Jahren in einer zweiten Sparte auch Take-Away- und Einwegbehältnisse und -lösungen. Ganz stark im Fokus steht dabei die Umweltverträglichkeit dieser Waren. „In Schweden achtet man darauf viel bewusster“, sagt dazu Melanie Jäger, Marketingverantwortliche für den Meal Service Bereich. So wurden u. a. Schalen aus kompostierbarem Material entwickelt. Einsatzmöglichkeiten und Vorteile erschließen sich nicht immer auf den ersten Blick. Hier muss der Außendienst genau informieren und beraten.

Wünsche und Trends

Während die Produktentwicklung mit Neuheiten vielfach auf Anregungen und Ideen von Kunden reagiert, agiert die Chef-Designerin genau anders herum. Welche Farben, Formen, Muster, Dekore etc. Trends setzen, das weiß Karin Nyhuis von Messebesuchen rund um den Globus, Marktbeobachtungen und Analysen. Daraus entwickelt sie mit ihrem Team immer wieder Schönes und Überraschendes. „Unsere Designs für Servietten, Tischdecken und Dekorationsartikel sind Vorschläge und Anregungen, die der Kunde von uns als Marktführer auch erwartet“, erklärt Axel Gelhot. „Hier findet jeder ein Motiv, das ihm gefällt und in sein Ambiente passt.“ Mit den aktuellen Herbstdesigns will Karin Nyhuis eine warme und einladende Stimmung schaffen. Bestes Beispiel ist die neue Serie Autumn Moods, die florale Muster mit eleganter Textilstruktur kombiniert, und das in Rot und Peakock, dem türkisen Trendton der Saison. Diese auffällige Farbe wird mit dem Übergang zum Winter nicht von den Tischen verschwinden. Sie taucht auch auf festlichen Tabletop- Produkten für die Weihnachtszeit auf.

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