Nachhaltigkeit fördern

Forderung: Abschaffung der Fair Trade-Kaffeesteuer

Bundesminister Gerd Müller fordert die Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee abzuschaffen. Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e. V. (Fairtrade Deutschland) begrüßt das Vorgehen: „Wir sind erfreut, dass der Minister unsere Petition zur Abschaffung der Kaffeesteuer aus fair gehandeltem Kaffee geprüft und für umsetzbar eingeschätzt."

Ein Kaffeebauer einer Fairtrade-Kooperative in Nicaragua erntet Kaffeekirschen. (Bild: TransFair e. V. / Sean Hawkey)

„Dass Gerd Müller unsere Forderung jetzt an das Finanzministerium übergibt, ist eine große Chance für Hunderttausende Kaffeebauern.“

TransFair e. V. startete im September 2017 eine Petition zur Abschaffung der Fair Trade-Kaffeesteuer. 15.000 Unterschriften konnten gesammelt und zur Grünen Woche im Januar 2018 an den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, übergeben werden.

Veränderte Steuerpolitik für mehr Nachhaltigkeit

Mithilfe einer veränderten Steuerpolitik könne der nachhaltige Konsum unterstützt werden. Overath plädiert dafür, dass unfairer Handel höher besteuert wird als fairer Handel und ist froh, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) diese Steuerungsfunktion für eine nachhaltige Zukunft erkannt hat.

Bisher zahlen Verbraucher in Deutschland pro Kilo Röstkaffe 2,19Euro Kaffeesteuer, ganz unabhängig davon, ob der Kaffee fair oder nicht fair gehandelt wird.

Der nächste mögliche politische Schritt wäre eine Kabinettsvorlage des Entwicklungsministers, um auch die Kollegen und Olaf Scholz von der Relevanz des Themas zu überzeugen. Gesetze zur Mehrwertsteuer liegen beim Bundesministerium für Finanzen und damit in seinem Aufgabenbereich. Overath betont: „Wenn die Regierung das durchzieht, ist ein Beitrag für eine fairere Weltwirtschaft geschafft.“

Fair Trade-Markt muss weiter ausgebaut werden

Mittlerweile gibt es bereits über 840.000 Kaffeebauern, die in Lateinamerika, Asien und Afrika Kaffee nach zertifizierten Fairtrade-Standards anbauen. Diese Bauerngemeinschaften können ihren sozialen, ökologischen und ökonomischen Erfolg nur weiter fortführen, wenn der Markt für den zertifizierten Kaffee vorhanden ist.

Der Verein TransFair e. V. ist eine unabhängige Initiative zur Förderung des fairen Handels. Er setzt sich bereits seit 25 Jahren für die Schaffung solcher Märkte in Deutschland ein. Im Vordergrund steht dabei der selbstbestimmte Weg aus der Armut.

Obwohl es fair gehandelten Kaffee bereits seit 40 Jahren in Deutschland gibt, liegt der Anteil an fair gehandeltem Kaffee noch immer nur bei vier Prozent.