Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren

„Friedensteller“ für den Katholikentag 2018

Prof. Dr. Petra Teitscheid von der FH Münster hat das Projekt „Friedensteller – Die Welt ist, wie du isst“ initiiert.

Friedensteller-Gericht (Bild: FH Münster)

Die Organisatoren des Katholikentags, vom 9. bis zum 13. Mai 2018 in Münster, möchten unter dem Leitthema „Suche Frieden“ darauf aufmerksam machen, dass jeder Einzelne mit seinem Verhalten Einfluss auf Frieden und eine gerechte Welt nehmen kann.

Die rund 2.000 Helfer beim Katholikentag sollen mit Friedensteller-Gerichten verpflegt werden. Angeboten werden sie von der Mensa am Aasee und der Kantine der Bezirksregierung. Entscheiden sich sämtliche Helfer jeden Tag für die Friedensteller-Gerichte, sind sie in der Lage gemeinsam mehr CO2 einzusparen , als ein durchschnittlicher Bundesbürger im Jahr produziert.

Gerecht, ökologisch, fair und gesund

„Was und wie Menschen essen, gehört unbedingt dazu. Jeder kann mit seiner täglichen Ernährung etwas für mehr Gerechtigkeit und den Erhalt der Schöpfung tun, vor der Haustür und global“, betont Prof. Dr. Petra Teitscheid von der FH Münster. Teitscheid zufolge sei etwa der steigende Konsum tierischer Produkte mit dafür verantwortlich, dass Millionen Menschen die Ernährungsgrundlage entzogen werde, weil Ackerflächen auf anderen Kontinenten zunehmend für den Anbau von Futtermitteln statt für die Versorgung der heimischen Bevölkerung genutzt werden.

„Wenig oder gar kein Fleisch, regional, saisonal und bio, das lässt sich relativ gut messen und umsetzen. Soziale Kriterien wie Gerechtigkeit und Tierwohl sind dagegen schwieriger zu fassen. Klar ist aber, dass zum Beispiel die Folgen des Klimawandels insbesondere die Menschen im globalen Süden treffen“, sagt Fara Flügge, die Koordinatorin im Projekt. „Der Friedesteller steht für eine Lebensweise, die aktiv zur Vermeidung von Fluchtursachen beiträgt“, ergänzt Prof. Dr. Petra Teitscheid.

Initiatoren des Projekts: „Friedensteller – Die Welt ist, wie du isst“ (Bild: FH Münster)

Das Projekt der Wissenschaftlerin vom Institut für Nachhaltige Ernährung (iSuN) wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen unterstützt. Träger ist der Katholikentag e. V. Zu den Kooperationspartnern zählen die FH Münster das Bistum und die Stadt Münster.

Nachhaltigkeitsrechner ab April 2018 online

Die Koordinatorin des Projekts hat für die Bewertung der Gerichte einen Nachhaltigkeitsrechner aus dem FH-Forschungsprojekt NAHGAST (Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren in der Außer-Haus-Gastronomie) genutzt. Im Rahmen dieses wissenschaftlichen Projekts rund um Teitscheid hat ein Forscherteam Kriterien für die ökologische, soziale und gesundheitliche Bewertung von Speisen entwickelt.

Öffentlich zugänglich wird der Nachhaltigkeitsrechner ab Ende April 2018 sein. „Ein Gericht kann noch so gerecht, ökologisch, fair und gesund sein, wenn es nicht schmeckt, nutzt das niemandem“, so Albrecht Fleischer vom Labor für Lebensmitteltechnologie.

Gemeinsam mit Studierenden des Fachbereichs Oecotrophologie – Facility Management entwickelte er aus den als nachhaltig bewerteten Zutaten gut schmeckende Gerichte. Der Katholikentag bildet den Startschuss für den Friedensteller. Die Speisen sollen danach auch in den Kantinen des Bistums und der Stadt Münster angeboten werden. Das Wissenschaftlerteam sucht für die weitere Erprobung zunächst 20 Restaurants und Kantinen in Nordrhein-Westfalen.

Im Zeitraum von Mitte Mai bis Ende Juli 2018 sollen sie insgesamt an zehn Tagen neue Friedensteller-Rezepturen testen und den Forschern über ihre Erfahrungen berichten. Für ihre Teilnahme erhalten sie Kommunikationsmaterial und optimierte Rezepturen. Betriebe, die mitmachen möchten, kontaktieren Fara Flügge unter fara.fluegge@fh-muenster.de