Nachhaltige Verpackungslösungen

Umweltfreundliche To-Go-Becher und -Boxen

Zwei saarländische Caritas-Kliniken geben in ihren Kantinen nur noch nachhaltige Einwegverpackungen heraus, um die Umwelt zu entlasten.

Bild: Nele Scharfenberg

Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit der hauseigenen Cateringfirma apetito entstanden, berichtet der Saarländische Rundfunk (SR). „Wenn man heute in den Supermarkt geht, findet man kaum noch plastikfreie Verpackungen", sagte eine Sprecherin der Caritas dem SR. Mit 11,7 Millionen Tonnen zählt die Bundesrepublik zum größten Plastikverbraucher in Europa.

Ab sofort werden in den Kantinen der zwei Caritas-Kliniken große und kleine Kaffeebecher aus Zuckerrohr und Palmblättern, Menüschalen aus Zuckerrohr und Eisbecher aus Holz und Zellulose angeboten. Die Einwegverpackungen stammen apetito-Betriebsleiter Philipp Hüttel zufolge von der Firma Pacovis food solutions GmbH.

Alternative Rohstoffe sind „irgendwie ökologischer“

Der SR fragte bei Utopia.de, einem Web-Portal zum nachhaltigen Konsum, nach, wie nachhaltig die Materialien wirklich sind. Palmblätter und Zuckerrohr, aus dem der Zucker schon entnommen wurde, seien Abfallprodukte, da müsse also nicht extra was abgeholzt werden wie etwa bei Holz für Papier, sagte Andreas Winterer von Utopia.de. „Das macht die beiden Rohstoffe natürlich irgendwie 'ökologischer'“, ergänzt Winterer.
Ein Einweg-Produkt sei natürlich immer problematisch, da es immer noch ein Wegwerf-Produkt sei, das unter hohem Energieaufwand produziert werde. Oft habe es weite Transportwege hinter sich, um dann nach einmaligem Gebrauch im Müll zu landen, so Winterer.

Papier und Plastik gleichermaßen schlecht

Die Frage, wie nachhaltig alternative Rohstoffe wirklich sind, lässt sich also nicht konkret beantworten. „Da die Materie sehr komplex ist, bezahlt niemand den Aufwand, das herauszufinden. Außerdem haben alle Antwortenden der Branche, wie Produzenten und Umweltschützer, jeweils ihren eigenen Standpunkt", sagt Winterer.

Beschichtet man die Palmblätter nicht mit Kunststoff, sei es im Gegensatz zu vielem anderen Einweggeschirr auf jeden Fall ein sinnvoller und positiver Aspekt. Einweggeschirr aus Papier und Pappe sei Utopia zufolge keine gute Idee. Für diese Stoffe existieren zwar funktionierende Recyclingkreisläufe, allerdings seien diese Rohstoffe extrem aufwendig in ihrer Herstellung – aber auch beim Recycling. Lediglich ausgesuchte Recycling-Pappe eignet sich überhaupt für Lebensmittel, da sich durch Papier und Pappe in Verpackungen Giftstoffe in verpackte Produkte einschleichen. Papier sei demnach ebenso schlimm für die Kreislaufwirtschaft wie Plastik.

Das Caritas-Klinikum beteiligt sich darüber hinaus an der Aktion Becherhelden des saarländischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. „Wer seinen eigenen Mehrwegbecher zum Auffüllen mitbringt und damit auf jeglichen Müll verzichtet, wird mit einem Rabatt von 10 Cent belohnt. Damit wird neben der Umwelt auch noch der Geldbeutel geschont“, sagt apetito-Betriebsleiter Philipp Hüttel.